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Das Wort '''Kunst''' (lateinisch ''ars'', griechisch ''téchne''

Kunst ist ein menschliches genannt.

Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs ''Kunst'', die sich als Gegensatz zur ''Natur'' auf alle Produkte menschlicher .'' 21. Auflage. Band 16, Brockhaus, Leipzig 2006, ISBN 3-7653-4116-9, S. 93?94.</ref>
  • bildende Kunst mit den klassischen Gattungen Malerei und Grafik, Bildhauerei, Architektur und etlichen Kleinformen sowie seit dem 19. Jahrhundert dem ''Kunstgewerbe'', ''Gebrauchskunst'' oder ''angewandte Kunst'' genannten Grenzbereich zum Kunsthandwerk
  • .
  • Literatur mit den Hauptgattungen Epik, Dramatik, Lyrik und Essayistik
  • darstellende Kunst mit den Hauptsparten Theater, Tanz und Film

Ausdrucksformen und Techniken der Kunst haben sich seit Beginn der Moderne stark erweitert, so mit der Fotografie in der bildenden Kunst oder mit der Etablierung des Comics als Verbindung bildender Kunst mit der der Literatur. Bei den darstellenden Künsten, Musik und Literaturkünstlerischer Aktivität. Sie führt dazu, dass verschiedene künstlerische Leistungen sich mit unterschiedlichen neuronalen Prozessen korrelieren lassen.

Psychoanalyse

Sigmund Freud sah in der Kunst ? wie in jeder kreativen Tätigkeit ? eine Möglichkeit, den Trieb der Libido auf nicht-sexuelle Weise zu sublimieren.

Der Kunstbegriff in umfassender Bedeutung

Es gibt die schönen Künste, aber auch die Ingenieurskunst, die Kunst der Rede oder der Diplomatie, den Ballkünstler, und auf sehr vielen Gebieten den Künstler in seinem Fach. Was ist, in dieser umfassenden Bedeutung, aller Kunst gemeinsam ? und was unterscheidet dann die Künstler in den jeweiligen Fächern voneinander? Kunst in diesem sehr weiten Sinn ist eine kreative Tätigkeit (und deren Ergebnis), die mit höchster Effizienz ausgeübt wird; dass also, gemessen an den eingesetzten Mitteln, mit dem Ergebnis eine möglichst große Wirkung erzielt wird. Bei vergleichbarer Wirkung erfährt nicht der höhere, sondern der vergleichsweise maßvollere Aufwand die höhere Wertschätzung als Kunst. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Instrumentarium nur einfach und bescheiden sein müsste oder dass es für den Künstler immer einfach ist, zur einfachsten Lösung eines Problems oder zu den wirkungsvollsten Ausdrucksmitteln zu gelangen.

Die einzelnen Formen von Kunst unterscheiden sich aber in der Art der Wirkung, und diese hängt vom Sachgebiet ab. Das Ziel der Ingenieurskunst ist z. B. die tragfähige und solide Brücke, das Wesentliche am Essay ist die scharfsinnige Analyse, der Schwerpunkt der schönen Künste liegt vorwiegend im Wecken und Anregen von Gefühlserlebnissen. Man kann viele Tätigkeiten als Kunst im weitesten Sinn ausüben; die Kriterien dafür sind und Effizienz.

Rechtliche Stellung

Kunst ist eine Erscheinung in jeder Kultur, Gegenstand sozialer Konventionen und ? sofern eine Gesellschaft ein Rechtswesen entwickelt ? ein Objekt der Gesetzgebung. In demokratischen Ländern ist das Recht auf Kunstfreiheit entweder in der Verfassung verankert oder im Rahmen der Meinungsfreiheit garantiert. In Staaten mit anderer politischen Organisation wird die Kunstausübung häufig reglementiert und/oder zu Propaganda­zwecken instrumentalisiert. Diktaturen setzen Kunst häufig gezielt dazu ein, das jeweilige Regime zu stabilisieren. Freier wird einer Zensur unterworfen und mit Repressionen bedroht, oder ihnen tatsächlich ausgesetzt. Aufgrund derartiger Repressionen produzieren Künstler dann kritische Werke nicht (''Schere im Kopf''), veröffentlichen sie nicht, oder gehen in eine innere Emigration. Einige Künstler verinnerlichen die staatlichen, sozialen und/oder religiösen Anforderungen und produzieren ? aus Überzeugung oder aus wirtschaftlichen Zwängen ? affirmative Werke.

Plagiate, Imitate und stark von anderen Künstlern beeinflusste Werke gab und gibt es in jeder Phase der Kunstgeschichte. Wenn der Produzent seine Vorlagen verbirgt, ist dies als ebenso strafbar, wie eine Verletzung des Urheberrechts. Um eine solche Verletzung rechtlich fassbar zu machen, werden vom Gesetzgeber Kriterien eingeführt, die im Kunstbetrieb selbst keine Rolle spielen. So kann aus der Sicht des Urheberrechts ein Künstler ein Werk beispielsweise erst dann als sein Eigentum bezeichnen, wenn es eine ausreichende erreicht hat. Diese setzt eine persönliche, individuelle und geistige (menschliche) Schöpfung voraus, welche eine durch die menschlichen Sinne wahrnehmbare Form besitzt (''siehe'' ).

Die Kunstfreiheit ist in Deutschland ein durch Abs. 3 etc.) genießen beziehungsweise andererseits auch rechtlichen Beschränkungen (Ausfuhrverbote etc.) unterworfen sein.

Siehe auch

Literatur

Kunst und bildende Kunst allgemein

  • Ernst H. Gombrich: ''Die Geschichte der Kunst''. Phaidon, Berlin 2002.
  • Georg W. Bertram: ''Kunst. Eine philosophische Einführung.'' Reclam, Ditzingen 2005.
  • Georg W. Bertram: ''Kunst als menschliche Praxis. Eine Ästhetik.'' Suhrkamp, Berlin 2014.
  • Fondation Beyeler (Hrsg.): ''Was ist Kunst?'' Hatje Cantz, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7757-3526-1 (hatjecantz.de).
  • Broder Christiansen: ''Philosophie der Kunst''. Clauss und Feddersen, Hanau 1909.
  • Karlheinz Deschner: ''Kitsch, Konvention und Kunst. Eine literarische Streitschrift''. List, München 1957; Ullstein, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-548-34825-4.
  • John Dewey: ''Kunst als Erfahrung''. Verlag, Frankfurt am Main 1998.
  • Umberto Eco: ''Das offene Kunstwerk.'' Frankfurt am Main 2002.
  • Stephen Farthing (Hrsg.): ''Kunst. Die ganze Geschichte.'' DuMont, Köln 2011, ISBN 978-3-8321-9385-0.
  • Daniel M. Feige: ''Kunst als Selbstverständigung.'' Mentis, Münster 2012.
  • Hans-Georg Gadamer: ''Die Aktualität des Schönen. Kunst als Spiel, Symbol und Fest''. Reclam, Ditzingen 1977.
  • Nelson Goodman: ''Weisen der Welterzeugung''. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-57615-1.
  • Nelson Goodman: ''Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie''. Verlag, Frankfurt am Main 1997.
  • Peter Hacks: ''Die Maßgaben der Kunst.'' Eulenspiegel-Verlag u. a.
  • Michael Hauskeller: ''Was ist Kunst? Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto''. Beck, München 2002, ISBN 3-406-45999-4.
  • Dieter Henrich, Wolfgang Iser (Hrsg.): ''Theorien der Kunst''. Frankfurt am Main 1999.
  • Immanuel Kant: ''Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen''. Wissenschaftlicher Verlag, Schutterwald/Baden 2002, ISBN 3-928640-51-8.
  • Harry Lehmann: ''Die flüchtige Wahrheit der Kunst. Ästhetik nach Luhmann.'' Fink, München 2006, ISBN 3-7705-4193-6.
  • : ''Kunsterfahrung und Kunstwissenschaft. Systematische und entwicklungsgeschichtliche Darstellung und Dokumentation des Umgangs mit der bildenden Kunst''. (= ''Orbis academicus'' I/15, 1?3). 3 Bände. Alber, Freiburg/ München 1975, ISBN 3-495-47309-2.
  • : ''1460 Antworten auf die Frage: Was ist Kunst?'' DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-5420-7. (Früher: ''Was ist Kunst?'' 1987)
  • Hanno Rauterberg: ''Und das ist Kunst?! ? Eine Qualitätsprüfung.'' S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-062810-7.
  • Brigitte Riese: ''Seemanns Lexikon der Kunst. Architektur, Grafik, Kunsthandwerk, Malerei, Plastik, Schulen, Stile, Tendenzen''. E. A. Seemann Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-86502-018-5.
  • Christian Saehrendt, Steen T. Kittl: ''Das kann ich auch ? Gebrauchsanweisung für moderne Kunst.'' DuMont Literatur und Kunstverlag, Köln 2007, ISBN 978-3-8321-7759-1.
  • Martin Seel: ''Ästhetik des Erscheinens.'' Frankfurt am Main 2003.
  • Leo Graf Tolstoi: ''Was ist Kunst? Eine Studie.'' Wissenschaftlicher Verlag, Schutterwald/Baden 1998, ISBN 3-928640-33-X.
  • Wolfgang Ullrich: ''Was war Kunst? Biographien eines Begriffs.'' S. Fischer, Frankfurt am Main 2005.
  • Wolfram Völker (Hrsg.): ''Was ist gute Kunst?'' Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-1976-6, S. 167.
  • Tasos Zembylas: ''Kunst oder Nichtkunst. Über Bedingungen und Instanzen ästhetischer Beurteilung.'' WUV-Univ.-Verlag, Wien 1997.

Romantik

  • Wilhelm Heinrich Wackenroder, Ludwig Tieck: ''Phantasien über die Kunst.'' 1799.

Kunst und Arbeitswelt

  • Friedrich Schnack: ''Die Welt der Arbeit in der Kunst.'' Schuler Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1965, . (Kunst aus 38 Museen und Sammlungen in Europa, Russland und den USA ? mit dem zeitlichen Schwerpunkt vom Merkantilismus bis zum Industriezeitalter)

Außereuropäische Kunst

  • Clifford Geertz: ''Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme.'' Frankfurt am Main 2002.

Kunst und Politik

  • Walter Benjamin: ''Der Autor als Produzent. Ansprache im Institut zum Studium des Fascismus in Paris am 27. April 1934.'' (online)
  • Tasos Zembylas (Hrsg.): ''Kunst und Politik. Aspekte einer Problematik''. Innsbruck 2000.
  • Hansjürg Buchmeier, Peter Stobbe: ''Kunstsätze.'' Audio-CD. Verlag Martin Wallimann, Alpnach 2002, ISBN 3-908713-28-5.

Philosophische Ästhetik und Kunstpraxis

  • Theodor W. Adorno: ''Gesammelte Schriften.'' Band 7: ''Ästhetische Theorie.'' Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970, ISBN 3-518-57083-8.
  • Annemarie Gethmann-Siefert: ''Einführung in die Ästhetik.'' Wilhelm Fink Verlag, München 1995, ISBN 3-7705-3059-4.
  • Nina Zschocke: ''Der irritierte Blick: Kunstrezeption und Aufmerksamkeit.'' 1. Auflage. 2005, ISBN 3-7705-4157-X.
  • Harry Lehmann: ''Gehaltsästhetik. Eine Kunstphilosophie.'' W. Fink, Paderborn 2015, ISBN 978-3-7705-5983-1.

Weblinks

Einzelnachweise